Filip Shleir

Ich habe als Kind schon immer gern im Matsch gespielt und technische Herausforderungen auf dem Rad gesucht.

Somit war das erste Crossrennen vor drei Jahren, für mich auch ein Flashback in meine Jugend.

Naja, verdünnt mit Blutgeschmack.

Zudem kann man etwas unbeschwerter seine fahrerischen Grenzen ausloten, ohne gleich mit 50 Klamotten in eine Metallabsperrung zu brettern. Wovon ich zum Glück auch diese Crit Saison verschont geblieben bin. Ich konnte mich diesen Sommer eh nicht beschweren. Alles lief ziemlich rund und mit diesem Flow, wollte ich das Jahr mit meinen ersten Cross Podium beenden.
Mit dem Stevens Cup gibt es im Norden eine richtig gut organisierte Cross Serie, welche insgesamt 11 Rennen beinhaltet. Leider musste ich die ersten Rennen aufgrund von Zeitmangel und der klassischen Herbstkränkeleien ausfallen lassen. In Neumünster sollte es dann endlich soweit sein. Die Strecke war zäh und sehr matschig und da es mein erstes Rennen der Saison war, durfte ich schön aus der letzten Reihe starten. Aber dennoch, Bäääääm! Mit einem topp Start und sauberen Runden konnte ich Stück für Stück nach vorne fahren und erreichte direkt im ersten Rennen mein Saisonziel – Platz 3. Was geeeht?!

So kam es dann auch, dass ich für’s nächste Rennen mal wieder den Singlespeeder ausgepackt habe. BACK TO THE ROOTS – den Einstieg in die CX Welt haben wir damals mit Singlespeed gemacht. Da es bei den Rennen jedoch keine extra Wertung dafür gab, sind irgendwann alle, nach und nach, auf Schalter umgestiegen. Aber jetzt war eh alles save und ich hatte einfach mal wieder derbe Bock drauf, stumpf los zu shredden. Vielleicht war es genau diese Einstellung, die das Rennen so fett gemacht hat.

Ich musste wieder von recht weit hinten starten, aber konnte mich nach dem Startpfiff direkt an die Führungsgruppe hängen. Nach ca. zwei Runden war für mich klar, dass bei mir deutlich mehr geht – also Attacke! Und ich sollte Recht behalten, keiner konnte folgen und ich fuhr einen richtig geilen zweiten Platz ein. Ohne Scheiß, was für ein Spaß! Bei den Norddeutschen Meisterschaften, auf dem UCI World Cup Track vom Poldercross in Zeven, kam ein fünfter Platz (im Matsch wurde mehr gelaufen als gefahren) und ein zehnter Platz beim Saisonfinale der Serie in Bucholz dazu. Der Abschluss war nicht so wie geplant, aber egal.

Ich hätte gern ein paar mehr Rennen mitgenommen, aber nun freue ich mich schon wieder auf das erste Rennen mit dem Bahnrad. Und irgendwie ist die Kartbahn beim Rad Race „Last Man Standing“ in Berlin ja auch fast ne Crossstrecke… nur leider ohne Matsch 🙂

Achja, bevor ich es vergesse… das alles spielte sich natürlich in der Hobbyklasse ab 😉

Photography: Carlos Fernandes

SUICYCLE BIKE CO.