Timon Seubert / Nico Keinath / Jan Stechman / Mark Ludin / Filip Köhler

Wieder Berlin. Vor einer Woche mit weit weniger als 100 Fahrern, dieses Wochenende mit 700 Fahrern aus 25 Nationen.

Die „inoffizielle“ Fixed Gear Weltmeisterschaft wird als offizielles Programm mit dem Velothon in Berlin ausgetragen. Das wohl außergewöhnlichste daran ist also, dass man auf abgesperrten Hauptstraßen durch Berlins Innenstadt fährt. Über das Tempelhofer Feld, die Oberbaumbrücke, vorbei am Alexanderplatz in Richtung Bundestag, endet das Rennen auf der Straße des 17. Juni. Im Hintergrund die Siegessäule. Sonntag früh um 8 ging es mit komplettem Team vom Ostkreuz in Richtung Ludwigsfelde, wo das Rennen um 10:20 Uhr gestartet wurde.

Ich wollte auf keinen Fall stürzen.

Timon

Das letzte Wochenende war wieder ein intensives, aber gutes Wochenende für uns. Vor allem, wenn ich über die momentane Entwicklung im Team nachdenke. Das Fixed42 habe ich dieses Jahr als etwas anstrengender Empfunden. Die Stimmung im Feld war Angespannt und man hat die Nervosität auch in der Fahrweise vieler Fahrer gemerkt. Vielleicht aber auch kein Wunder bei einem so großen Feld.

Für mich ging es im Rennen vor allem darum, weit vorn zu fahren. Ich wollte auf keinen Fall stürzen. Am Tempelhofer Feld gingen dann einige Attacken und die erste Gruppe reduzierte sich auf eine angenehme Größe. Das Tempo war allerdings so schnell, dass es keinem gelang, sich abzusetzen. Ich bin kein Sprinter, aber es sollte mir nichts anderes übrig bleiben. Die letzten 3 Kilometer versuchte ich unter den ersten 15 zu bleiben. Die Zielgerade war lang und schnell. Da man auf den breiten Straßen genug Platz haben sollte um zu überholen, wollte ich den Sprint von weiter hinten fahren. Am Ende war ich doch etwas zu früh vorn. Dennoch kam dabei ein fünfter Platz raus. Für mich als Rouleur ein gutes Ergebnis mit dem ich zufrieden bin.

Die Stimmung nach dem Rennen war so gut, dass wir beschlossen haben, eine Nacht länger in Berlin zu bleiben und mit unserem Freund Eike seinen Geburtstag zu feiern. Ein schöner Abschluss! Next Stop: LONDON

Mark

Berlin,Berlin!
Mein 4. Fixed Rennen mit über 500 Startern.Die Hauptstadt lud zum 42 km langen Geballer ein. Von Anfang an wurde ein mächtiger Streifen gefahren und auch ich, der langsam aber sicher im Training ist und ein Hauch von Form bekommt, hatte Bock.

Viele kleine Stürze und Fahrer, die ihre Hände nicht am Lenker lassen konnten, machten das Rennen nervös. Ich gab mein Bestes, um die Jungs mit meiner Anwesenheit zu unterstützen. Auf dem Tempelhofer Feld kam dann der berühmte Mann mit dem Hammer… Ich kämpfte mich mit der 2. Gruppe ins Ziel und freute mich im 1. Drittel anzukommen. Die Freude über Timon’s 5. Platz war riesig und der Durst danach noch größer. Dieses Gefühl durch Berlin zu ballern, ohne Autos und am Anschlag, macht Lust auf mehr und ich freue mich auf die nächsten Rennen mit den Jungs!!

Gegenwind formt den Charakter!

Filip

Nachdem die letzten Monate, durch’s tägliche Lastenrad kutschieren, eher von Kraftlosigkeit gezeichnet waren, fühlte ich mich in den letzten zwei Wochen wieder deutlich fitter. Dieser Aufschwung und der neue Teamhobel unter dem Arsch ließ endlich mal wieder richtig Vorfreude in mir aufkommen.

Das Fixed42 ist immer ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite die fette Strecke und die derben Geschwindigkeiten. Auf der anderen Seite die riesen Pelotons, in dem leider immer wieder Leute quer schießen und einen Riesen scheiß zusammen fahren. Da wird dann gern mal einfach die Spur gewechselt ohne ansatzweise das Umfeld aus zu checken. So kam es auch in diesem Jahr wieder zu ziemlich unangenehmen Stürzten, in völlig unnötigen Situationen. Vielleicht war dieses Gedanke auch dafür Verantwortlich, dass Jan und ich in dem Einführungsabschnitt einfach etwas zu sehr getrödelt haben und somit (um ca. 70 Meter) das Führungsfeld auf der Autobahn verpasst haben. Da halfen dann auch alle Anstrengungen und Organisationen nicht weiter… die waren somit weg. Also hieß es für mich – Verfolgergruppe.

In der gab es dann aber auch n paar nette alte Gesichter, mit denen es echt Spaß gemacht hat, Leute aufzusammeln, abzuschütteln und alle Attacken mit zu gehen. Am Ende konnte ich noch einen ganz schönen Schlusssprint organisieren und kam als 13ter in unserer Gruppe rein. Im ganzen kann ich mit dem Ergebnis ganz gut Leben und bin froh, dass alles heile geblieben ist. Zudem war es mal wieder n echt herrliches Teamwochenende, an dem wir ne super Zeit untereinander und mit dem restlichen Haufen gehabt haben. Bitte mehr davon und mal schauen, was dann die nächsten Crits so bringen. Peace.

Nico

Die Strecke quer durch Berlin führte quasi an meiner Haustüre vorbei – für mich also ein Heimrennen. In dem großen Feld war von Anfang an viel Nervosität zu spüren, da für alle das gleiche galt: nur wer vorne fährt ist sicher vor Stürzen und kann in das Renngeschehen eingreifen. Folglich war das Rennen ein kontinuierlicher Positionskampf, leider auch unnötigerweise mit vielen Händen, die damit beschäftigt waren Fahrer umher schieben, anstatt den Lenker festzuhalten und viel Gemecker (beides erstaunlicherweise stets von Fahrern, die die gleiche Sprache gesprochen haben, wer im Rennen dabei war, weiß wohl welche…). Ich konnte mich ganz gut im vordersten Teil des Feldes behaupten und bis zum Ziel zusammen mit Timon in der ersten Gruppe fahren. Im finale des schnellen Rennens musste ich dann aber feststellen, dass es an Tempohärte und Endschnelligkeit bei mir momentan noch etwas fehlt, aber Timon hat mit seinem 5. Platz ja ein super Ergebnis für das Team eingefahren! Das erste Mal mit der kompletten Mannschaft am Start zu stehen, das Wochenende zu verbringen und mit einem 49er Schnitt durch Berlin zu fahren hat viel Freude auf die kommenden Rennen gebracht!

Jan

Obwohl mittlerweile etwas Routine reinkommt, stand ich nervös am start. direkt zu Beginn des Rennens sind Filip und ich auf Nummer sicher gefahren und haben damit den Postabgang der ersten Gruppe verpasst. Direkt bei Autobahnauffahrt versuchte ich, nochmal nach vorne zu springen, war allerdings alleine und musste das unterfangen kurz vor erreichen der Gruppe wieder aufgeben, weil mir die Beine ausgingen. Shit! Nach dem vergeblichen Versuch, zum Kreiseln zu motivieren und merkwürdigem Fahrverhalten einiger Fahrer, erreichten wir das Ziel unversehrt.
Ride safe.

Photography: Carlos Fernandez Laser | Team Suicycle

Back in Berlin. Last week, less than 100 cyclists, this weekend 700 from 25 nations. The “unofficial” Fixed Gear World Championships, embedded in the official program of the Berlin Velothon. The most extraordinary fact is, cycling all these closed main roads throughout downtown Berlin. Crossing the Tempelhof airfield, Oberbaumbrücke, passing by Alexanderplatz towards the Bundestag, ending up on the Straße des 17. Juni. Having victory column in the background. Eight o’clock sunday morning, the entire team took off from Ostkreuz to Ludwigsfelde, where the race started.

Timon:

The last weekend was again pretty intense, but a good weekend for us. Especially, when I think about the development of the team. The Fixed42 race felt slightly more daring this year. The mood in the field was more tensed and you could sense the rider’s nervosity by the way they rode. Maybe not so unusual with a large field like that.

My premise was to be in front during the race. At any coat I wanted to prevent myself from crashing. At Tempelhofer airfield the first attacks started and the first group shrinked to a suitable amount of riders. The overall pace was so fast, that no one could really break away. I am not a sprinter, but there was no other chance. The last three kilometers I tried to stay among the first 15. The home straight was long and fast. Since there was enough space on the wide streets, I decided to start my sprint more from the back of the field. In the end, I was earlier in front than planned. Nevertheless I finished 5th. For me as a Rouleur, a satisfying result. The overall mood at the race was so nice, that we decided to stay another night in Berlin to celebrate Eike’s birthday, a good friend of ours. A nice ending. Next up: London

Mark:

Berlin! Berlin!

My 4th fixed gear race with more than 500 starters. The capital invited for a 42 km slam. From the beginning the pace was unbelievable and I, slowly getting into the groove, had lots of fun. Lots of small crashes and not few cyclist, who couldn’t leave their hands on the bars, made the race slightly nervous. I did my best, to support the boys in my team. On the Tempelhofer field came the famous man with a hammer…

I fought myself within the 2nd group over the finish line and was happy to end up in the first third. The joy was even bigger, when I realised, that Timon finished 5th place. This feeling, pacing through Berlin without any cars, at the edge of one’s capabilities, feeds the hunger for more races with my boys.

Headwind shapes the character.

Filip:

After the last months felt slightly draining, going around with my cargo bike, the last two weeks felt quite uplifting. This upswing and the new team bicycle below my ass really motivated and raised the anticipation. The Fixed42 is a double-edged sword. On one side the huge course with high speeds. On the other hand, these giant Pelotons, where people keep hitting crosswise and bullshitting on their bikes. Switching lanes without any checking what’s going on around them. This ended up in a lot of crashes and completely unnecessary situations. Maybe this thought was responsible that we kinda lost it in the beginning and missed the main field on the Autobahn. Any efforts were due, they were gone. So I ended up in the pursuit group.

Within this group I bumped into some nice old colleagues, who made it fun to ride. Picking up people, shake off others and participate in all the attacks. At the end I could organise a nice finishing sprint and ended up 13th in our group. Overall I am quite ok with my result. Nobody got hurt and I enjoyed another great team weekend. More of that please – and let’s see what the future crits will be like. Peace.

Nico:

The course in Berlin almost crossed my doorstep – home race for me. From the beginning there was a lot nervosity to sense in the big field, since the same rule applied to all the riders: Only who makes it ahead of the field is safe from crashes and could take on the race in a serious way. So the race ended up as a continuous fight for positions. I could settle myself quite well in the front of the field and race with Timon in the first group. On the home straight the pace built up even more and I realised I am still missing something here, but Timon’s 5th place is a big win for our team. The first time racing with the entire team, spending the weekend together and racing around Berlin with an average of 49km/h was marvelous. Looking forward to what’s ahead in terms of competitions.

Jan:

Although we gained some routine when it comes to race, I was pretty nervous at the start.
Right at the beginning Filip and I played safe and missed the first group. Directly at the highway entrance I tried to jump forward again, but was alone and had to give up just before reaching the group again because my legs got weak. Shit. After the vain attempt to motivate the gyro and strange driving behavior of some drivers, we reached the goal undefeated.

Ride safe.

SUICYCLE BIKE CO.