Timon Seubert / Nico Keinath

Radfahrer denken bei Rapha an Sportswear. Die Preisklasse gehoben, der Look Understatement. Dass Rapha gerade damit anfängt, als Veranstalter in den großen Fixedgear-Rennen mitzumischen, ist den meisten bestimmt neu.

Letztes Wochenende wurde in Kopenhagen das zweite „Rapha Nocturne“ ausgetragen.

Schon als wir am Nachmittag die Nummern geholt haben, war klar, dass es sich hier um eine wirklich gut organisierte, große Veranstaltung handelt.

Timon

Dass ich das Rapha Nocturne mitfahre, war eigentlich eher eine spontane Aktion. Eigentlich hatte ich das Rennen nicht wirklich auf dem Schirm und auch nicht vor, dort zu fahren. Zum Glück hatte Nico andere Pläne und überredete mich.
Damit unser Budget noch für die kommenden Rennen reicht, haben wir zwei Nächte auf einem Campingplatz nicht weit der Rennstrecke verbracht. Wenn es nach mir geht, könnte man so zu jedem Rennen fahren.

Den Abend vorm Rennen haben wir mit Bier und Pastakochen vorm Teambus verbracht. Nico’s Freundin Vicky, die uns auch nach Kopenhagen begleitet hat, haben wir vorher in der Stadt abgesetzt, da sie Freunde besuchen wollte. Da das Rennen erst spät abends startete, haben wir für den Renntag folgenden Plan aufgestellt. Gemütlich frühstücken, eine Stunde Radfahren und die Beine locker machen, danach zur Rennstrecke, Nummern holen, dann wieder auf den Platz und Essen kochen. Schon als wir am Nachmittag die Nummern geholt haben, war klar, dass es sich hier um eine wirklich gut organisierte, große Veranstaltung handelt. Der Kurs war interessant, technisch, schwer, aber nicht zu verrückt. Es gab einen Bereich in dem die Sportler sich in Ruhe aufhalten konnten und vor allem den Zuschauern wurde hier eine Menge geboten.

Der Kurs hatte einen ca. 500 Meter langen Kopfsteinpflasterabschnitt mit drei sehr engen Kurven. Es war schwer zu sagen, ob es hier im Rennen vielleicht zu gefährlich wird und es zu Stürzen kommt. Direkt nach dem Start griffen die Italiener von IRD Carrera an und versuchen einen ihrer Fahrer an der Spitze zu positionieren. Nach mehreren Angriffen gelang es dann David van Eerd (8Bar), einem IRD Fahrer und mir, eine kleine Lücke zu bilden. Es war klar, dass wenn eine Gruppe erst einen kleinen Vorsprung hat, es auf diesem engen Kurs schwer wird, diese wieder zu stellen. Somit fuhren wir voll am Limit. Nach einer Runde musste der Fahrer vom IRD Team reißen lassen. Somit waren wir zu zweit. Perfekt für dieses Rennen. David und ich arbeiteten gut zusammen und nach der Hälfte des Rennens wurde es immer deutlicher, dass wir durchkommen können. Da unser Team bis dahin noch kein Podium bei großen Rennen einfahren konnte, wollte ich nicht zu viel Risiko eingehen. Ein Sturz und damit ein verschenktes Podium hätten mich sehr geärgert. Es ging in die letzte Runde, die ich von vorn gefahren bin. David setze seinen Sprint gut an und ich hatte im technischen Abschnitt keine Chance mehr, die Lücke zu schließen. Vielleicht hätte ich David früher attackieren sollen, da er ein besserer Sprinter ist, aber ich denke, wir werden uns noch öfter über den Weg laufen 🙂
Einen wirklich tollen Job hat Nico gemacht, der das gesamte Rennen über das hintere Feld kontrollierte, andere Attacken im Keim erstickte und selber noch auf Platz 7 sprintete. Besser hätte es also kaum laufen können!

Später haben wir uns noch das Eliterennen angeschaut und sind danach weiter mit den Rädern durch Kopenhagen gezogen. Eine wunderschöne Stadt. Vor allem natürlich für Radfahrer. Sicher ist, ich bin Fan! Für uns geht es jetzt weiter nach Barcelona zum Red Hook Crit. Wieder mit dem Teambus. Ein neues kleines Abenteuer.

Ich freue mich auf eine coole Woche mit dem Team!

Wir kamen beide gut am Start los und waren von Anfang an vorne präsent.

Nico

Letzten Freitag ging es für uns bereits zum nächsten Rennen in die dänische Hauptstadt. In Kopenhagen stand das Rapha Nocturne auf dem Programm – für uns eine tolle Möglichkeit vor dem Redhook Crit in Barcelona noch einmal ein großes Rennen zu fahren und ein cooles Wochenende zu haben. Die Rennstrecke führte durch die bekannten „Øksnehallen“ im Zentrum der Stadt und war besonders durch einen Kopfsteinpflasterabschnitt anspruchsvoll, der jedoch durch die gute Stimmung am Streckenrand nur halb so hart zu fahren war.

Wir kamen beide gut am Start los und waren von Anfang an vorne präsent. Bereits nach wenigen Runden konnte sich Timon zusammen mit David van Eerd von den Verfolgern lösen. Durch ihre gute Zusammenarbeit bauten beide ihren Vorsprung bis zum Ende des Rennens kontinuierlich aus. Der Sieg wurde in der letzten Runde ausgefahren und an David führte an diesem Tag kein Weg vorbei. Jedoch kein Grund traurig zu sein, Timons hervorragender zweiter Platz ist der wohl bisher größte Erfolg für das Suicycle Track Team in diesem Jahr. Ich, kontrollierte in diesem Rennen die Verfolgergruppe und sorgte mit Platz 7 für ein weiteres Top Ergebnis. Die Form scheint also da zu sein, nun freuen wir uns auf das Redhook Crit in Barcelona!     

Photography: Chiara Redaschi | Team Suicycle

SUICYCLE BIKE CO.