Timon | Jan | Nico

Wenn ich das letzte Wochenende in einem Wort beschreiben müsste, wär es „emotional“!

Timon

Vor genau einem Jahr habe ich mich entschlossen, die komplette Redhook Serie in Angriff zu nehmen und dort auf die Gesamtwertung zu fahren.

Schon in der Woche vor dem Rennen lief nicht alles glatt. Kim, unsere neue Teamfahrerin, riss sich Bänder im Fuß und konnte nicht starten. Nico, mit dem ich mir die Anfahrt als Autofahrer teilen wollte, saß auf Mallorca fest, weil Fluglotsen streikten und ich kämpfte mit einer leichten Erkältung. Für das letzte Rennen der Saison aber kein Grund, den Focus aus den Augen zu verlieren. Ich saß in der Gesamtwertung auf Platz acht und wollte diesen auch unbedingt verteidigen. Dazu kommt, dass Mailand mein absolutes Lieblingsrennen ist, was den Kurs und die Stimmung an der Strecke angeht.

Unser Plan war es, Donnerstag Nacht in Zürich zu schlafen und Freitag Mittags in Mailand anzukommen. Nicht, dass die Strecke so schon lang genug ist, haben wir kurz vor Zürich Probleme mit der Kühlung bekommen. Nach Mailand haben wir uns mit 80km/h und Heizung auf volle Pulle gerettet. Die Unterkunft haben wir uns, wie so oft mit Freunden von Fixed Pott und Messpack geteilt. Eine ca. 45qm große Einzimmerwohnung mit neun Leuten zu teilen, geht nur, wenn man sich liebt. Zum Glück also kein Problem!

Der Renntag zog sich für mich gefühlt in die Ewigkeit. Die Qualifikation lief gut. Ich konnte später in der Superpole um einen guten Startplatz kämpfen. Allerdings habe ich im Laufe des Tages gemerkt, dass mir langsam die Kraft ausgeht. Anreise und Vorläufe zehrten an mir. Das dritte Warmfahren an diesem Tag fürs Finale, habe ich etwas halbherzig auf 10 Minuten verkürzt. Eine gute Entscheidung. Direkt nach dem Start habe ich gemerkt, dass ich meine Reserven mobilisieren kann und die Beine sich gut anfühlen. Mit 51/14 habe ich sehr dick gekettet, könnte aber auf der schnellen Gegengeraden Plätze gut machen und mich gut in der Gruppe bewegen. Mir war klar, dass das Rennen dort entschieden wird. Wer als erster in die letzten vier Kurven fährt, hat gute Chancen zu gewinnen. In der letzten Runde habe ich also genau dort meinen Sprint angesetzt und alles lief perfekt. Platz 6 in Milano. Platz 7 in der Gesamteinzelwertung. Es ist erstaunlich, was man alles aus seinem Körper holen kann, wenn man etwas möchte. Anfang des Jahres hatten wir keine Ahnung, wo die Reise uns hinführen wird und wie dieses Jahr verlaufen wird.

Durch Nico, Mark und Kim haben wir dieses Jahr wertvolle neue Fahrer gewonnen. Jan ist auf einem super Weg, sich zu einem tollen Sportler zu entwickeln. Filip, der all das neben seiner Familie regelt, ist eine weitere Bereicherung, wenn er mit uns zu Rennen fährt.
Durch Sponsoren wie Biehler, Abus, Brooks, Vivabrillenmode, Pampero und Dt Swiss, sind wir dieses Jahr zu einem Team geworden, dass man nicht unterschätzten sollte 🙂 Ich freue mich, nächstes Jahr genau dort weiter zu machen!

PS: Zurück haben wir das ganze nochmal 18 Stunden lang ausgehalten. 80 km/h, Heizung an und Fenster runter. Wenn man es dann erstmal hinter sich gebracht hat, ist es zum Glück schon wieder witzig.

Jan

Vor der Abfahrt nach Milano: Nico steckt auf Malle fest, Kim verletzt sich, Timon erkältet. Ups, wird schon.

Also fuhren Timon und ich zu zweit mit der Karre runter, mit der Option in Zürich eine Nacht zu verbringen. Kurz vor Zürich gab’s Probleme mit der Karre, d.h. Krisensitzung. Wie gehts weiter? Erstmal nach Milano, dann mal sehen.

In Milano angekommen, direkt zum Velo und ein paar Runden bei bestem Wetter drehen. Zum Abend Pizza und Pasta Party, bald pennen und einen Fleck Boden in unserer mit neun Leuten gut besetzten Wohnung suchen. Am Renntag sicherten wir uns einen guten Platz mit dem ganzen Equipment. Diesmal waren Nico, Timon und ich in einer Gruppe und ich versprach mir einen schönen Vorlauf. Leider lief es nicht so gut und ich besetzte Platz 19. und somit einen Platz am Finale vorbei. Yeah.

Zum LastChanceRace nochmal einen Gang kleiner, was mir deutlich besser lag, mir aber trotzdem keinen Platz im Finale sicherte. Alle Fahrer wollten beim letzten Rennen der Saison nochmal einen raushauen und sind entsprechend gefährlich gefahren. Na gut, dann halt zugucken. FormelEins auf Fahrrädern. Wosh. Timon und Nico beide sehr stark gefahren. Es gab ein paar Bier und am nächsten morgen die Rückfahrt nach Hamburg. 18Std. im Auto waren durchaus zäh, aber eine erzählbare Geschichte war uns gesichert.

Auf ein spannendes Nächstes Jahr!

Nico

Das letzte Redhook 2017 war zugleich auch das letzte Rennen 2017 und somit der Abschluss meiner ersten Fixed Saison.

Und das Wochenende in Mailand war noch einmal ein geniales Wochenende. Bestes Wetter, ein schöner Kurs und gute Stimmung, sowohl an der Rennstrecke als auch in unserer Unterkunft haben für einen rundum guten Saisonabschluss gesorgt. Auch auf dem Rad lief es wieder ganz gut.

Die Vorläufe waren in Mailand sehr dadurch bestimmt, dass stets alle Fahrer einer Mannschaft im gleichen Vorlauf waren. Dadurch waren die Rennen doch etwas langweilig, da die großen und starken Mannschaften die Läufe kontrollieren konnten. Ich konnte mich mit meinem 9. Platz sicher für das Finale qualifizieren, auch wenn ich dadurch keine optimale Startposition hatte.

Im Finale konnte ich mich dann auf dem schnellen Kurs (46er Schnitt!) langsam aber kontinuierlich nach vorne arbeiten, sodass ich am Ende sogar noch als 22. in die Punkte fahren konnte. Sicherlich kein perfektes Ergebnis, aber ich war mit dem Wochenende insgesamt doch sehr zufrieden – als ich vor 4 Monaten mein ersten Fixed Rennen gefahren bin hatte ich nicht damit gerechnet, dass ich bis zum Ende der Saison bei zwei Redhooks in die Punkte fahren würde.

Photography: D. Kaplan / Constantin Gerlach

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