Timon Seubert / Nico Keinath / Jan Stechman / Filip Köhler

Sonne, Meer und
ein Fahrrad unterm Arsch!

Zur besten Zeit, mitten im Sommer, findet das dritte Rennen der Redhookserie in Barcelona statt. Auch wenn die Wettervorhersagen nicht unbedingt perfekt waren, hatte das Team zum Rennen selber gute Bedingungen.

Während des Countdown bekomme ich Gänsehaut.

Timon

Mir schmerzen auch drei Tage nachdem ich wieder zurück bin noch die Beine. Barcelona war für viele aus unserem Team der Saisonhöhepunkt. Nicht nur, dass das Rennen langsam das Saisonende einläutet, fand es in der schönen Stadt Barcelona statt. Weil wir vor Ort unbedingt unserem Teambus haben wollten, sind Nico und ich schon eine Woche früher mit dem Auto in Richtung Spanien aufgebrochen. Jan und Filip sind mit dem Flieger am Mittwoch Abend in Barca gelandet. Samstag ging es für uns relativ früh vom Campingplatz auf die Rennstrecke um einen guten Platz zu sichern, auf dem wir unser Lager aufbauen können. Vielleicht war es die gute, entspannte Stimmung, oder der frisch gebrühte Kaffee vom Gaskocher, der dafür sorgte, dass unser gesamtes Team in den Vorläufen eine Bomben-Leistung ablieferte. Jan, Nico und ich kamen direkt ins Finale. Filip sicherte sich seinen Platz im Last Chance Race, welchen er vorher als sein persönliches Ziel gesteckt hat. Wir waren also alle zufrieden. Der Kurs fuhr sich relativ schwer. Die Kurven waren rutschig und technisch musste man wirklich etwas drauf haben um dabei zu sein.

Die Lautstärke, die kurz vor dem Start entsteht, wenn alle Zuschauer schreien und mit voller Wucht auf die Bande hauen, erinnert mich jedes mal an den berühmten “Haka“. Während des Countdown bekomme ich Gänsehaut. Die verschwindet nach dem Startschuss relativ schnell und wird durch eine dicke Ader ersetzt, die am Hals hervortritt. Das Rennen wird super schnell gefahren. Ich sage das eigentlich fast jedes mal, aber in Barcelona haben sich die großen Teams direkt vom Start weg gegenseitig attackiert. Mein Plan, es vielleicht in eine Fluchtgruppe zu versuchen, verwerfe ich direkt und bleibe am sicheren Hinterrad meines Vordermanns. Die letzten drei Runden werden schneller und gefährlicher. Da die letzte Kurve vor dem Ziel eine Haarnadelkurve ist, die von der längsten und schnellsten Geraden angefahren wird, kommt es hier zu vielen Stürzen. Ich habe Glück und finde bei jedem Sturz eine kleine Lücke, durch die ich mich quetschen kann, um danach weiter zu sprinten. Die Glocke läutet wie immer die letzte Runde ein. Kopf runter und alles geben.

Am Ende fuhr ich auf Platz 8 in das Ziel. Meine erste Top10 bei einem Redhook und ich bin sehr zufrieden, wenn ich daran denke, wie ich mich teilweise während des Rennens gefühlt habe. Auch Nico und Jan haben mehr als abgeliefert und sind ein tolles Finale gefahren.
Ich bin wirklich stolz auf unser gesamtes Team!

Nun steht noch ein letztes Rennen der Serie an. Das legendäre Redhook Milano! Definitiv mein Lieblingskurs. Wir stehen auf Platz 9 in der Teamwertung und ich auf Platz 8 in der Einzelwertung. Heißt also, in Mailand nochmal alles geben was drin ist.

Ich freue mich drauf!

Es reichte aber für Platz 14. und somit direkt fürs Finale.

Jan

Das Highlight des Jahres, Barcelona.
Mein viertes Red Hook Crit und endlich Finale!

Das Wetter stimmte und die Beine fühlten sich gut an. Timon und Nico reisten mit dem Auto an, was ermöglichte ein angenehmes Camp an der Rennstrecke aufzubauen. Ich war im letzten Qualifikationslauf als einziger Fahrer aus dem Team und hatte eine wirklich gut besetzte Gruppe. Nach aufmerksamer Fahrweise und einigen Investitionen erreichte ich das Ziel mit einem guten Gefühl aber doch etwas Ungewissheit. Es reichte aber für Platz 14. und somit direkt fürs Finale. Dann war Füße hochlegen, Nudeln pumpen und ein gutes Warm Up angesagt.

Im Finale fuhr ich relativ viel an Hinterrädern und versuchte mich an schnelle Fahrer zu halten um im Rennen gut nach vorn zu fahren, aber auf keinen Fall zu platzen, wie so oft in dieser Saison. Dennoch fuhr ich einige Lücken zu und viele Fahrer wurden müde oder stürzten. Zum Glück habe ich irgendwann nicht mehr auf die zu verbleibenden Runden geguckt, weshalb das Rennen einigermaßen erträglich aber dennoch lang war. Einige Runden vor Schluss wurde es nochmal richtig schnell aber ich konnte gut mitfahren. Ich belegte Platz 42. und war sehr zufrieden für mein erstes Mal im Finale beim Red Hook Crit.

Ich bin gespannt wie es weiter geht und freue mich auf die nächsten Rennen.

Ich bin immer noch heiser - yeeeah!

Filip

Barcelona sollte mein drittes Red Hook sein.
Nachdem es für mich 2015 in Mailand sowie 2016 in Barcelona nach der Quali nur für einen Platz an der Biertheke gereicht hat (zu wenig Dampf im Zusammenspiel mit Pech und ner scheiß Strategie), musste dieses Mal auf jeden Fall mehr drin sein.

„Operation – Last Chance Race“

10 Tage Urlaub vom Kurieren mit zwei kleinen Grundlageneinheiten auf dem Schalten (vorher auch noch nie gemacht) plus ein Rennradrennen als Vorbelastung, hieß der entsprechende Plan dazu. Nach diesem Programm ging es dann, zusammen mit Jan am Mittwoch mit dem Flieger nach Barca. Dort angekommen sah unsere Tagesablauf bis Freitag folgender Maßen aus: Bier, Strand, Bier, Strand, Bier uuuuund Pre Parties. Zum Glück kamen am Freitag dann endlich Nico und Timon mit unseren Rädern und brachten uns damit wieder auf den richtigen Kurz. Beim „Trackday“ auf der herrlichen Holzbahn unter freien Himmel konnten dann auch noch mal die Beine etwas locker gefahren werden. Einen Tag später war es dann auch endlich soweit. Fahrerlager aufbauen, Freunde treffen und ab auf die Rolle… Im Quali Heat 3 sollte sich dann zeigen, ob diesmal alles passt. Ich stand relativ weit hinten und musste gleich ordentlich Gas geben, um einen der sicheren Plätze an zu peilen. Das lief bis zur ca. 5 Runden auch echt gut. Dann habe ich mich in der extrem rutschigen ersten Haarnadel Kurve doch zu einem riskanten Manöver hinreißen lassen. Die Quittung folgte direkt mit dem Sturz. Jedoch konnte ich ohne große Schäden direkt wieder aufspringen und erneut angreifen. Die Kondition und Beine fühlten sich fresh wie lange nicht mehr an und somit konnte ich Stück für Stück Plätze gut machen und endete im Schlusssprint unter den Top 30. Jawoll – Operation DONE!

Im Last Chance Race ging es eigentlich direkt so weiter. Hinten gestartet, wurde in kleiner Gruppe sauber nach vorn gefahren, bis ich in der direkten Verfolgergruppe angekommen war. Am Ende gab es dann noch einen netten Schlusssprint in dem ich ebenfalls noch einige Plätze gut machen konnte. Am Ende kam ich auf einem  zufriedenen 33 Platz rein. Das Rennen hat derbe Spaß gemacht und alle Ziele wurden erreicht – voll gut.

Nach meinen Rennen ging es dann mit reichlich Bier an die Strecke, um die anderen drei im Finale anzufeuern. Das hat dem ganzen dann noch mal die Krone aufgesetzt.. Wobei ich sagen muss, dass ich das Rennen von Jan am meisten abgefeiert hab – nichts für ungut Jungs! Aber wir sind früher so viele DIY Rennen zusammen gefahren und jetzt geht’s einfach noch mal richtig Rund bei dem Knaller. Ich bin immer noch heiser – yeeeah!

Im ganzen war es mal wieder n traumhafter Trip mit einen großartigen Team. Weiter so!!!

TOP Team, TOP Rennen, TOP ALLES!

Nico

Gute Stimmung, gutes Wetter, TOP Ergebnis für das ganze Team! Und das alles in Barcelona direkt am Meer – die lange Anreise hat sich auf jeden Fall gelohnt. Auf dem rutschigen Kurs konnte ich mich schon im Vorlauf von allen Stürzen fernhalten und mir durch meinen 6. Platz eine ordentliche Startposition für das Finale sichern. Im Finale habe ich dann einmal mehr gelernt, dass es sich in Rennen stets lohnt weiter zu kämpfen. Zunächst ganz gut gestartet hatte ich dann zwischenzeitlich recht große Probleme mit dem Kurs und meinen Beinen, sodass ich schon dachte das Rennen sei für mich gelaufen. Runde für Runde konnte ich mich aber wieder weiter nach vorne Kämpfen und im Finale noch um die Stürze herum manövrieren, sodass am Ende ein 16. Platz für heraussprang.

Kurz und knapp: TOP Team, TOP Rennen, TOP ALLES!

Photography: D. Kaplan

Leave a Reply

SUICYCLE BIKE CO.