Timon Seubert / Nico Keinath / Jan Stechman / Filip Köhler

Die Stadt an sich ist super interessant und schön, aber leider nicht wirklich Radfreundlich.

London und Wien. Red Hook Crit und Kurier Europameisterschaft. Dieses Wochenende sind wir zum ersten mal bei zwei Events an den Start gegangen. Für Filip, den einzigen Kurier unseres Teams war es natürlich klar, dass er die Meisterschaften in Wien nicht verpassen kann. Nico, Jan und Timon haben sich am Donnerstag auf den Weg nach London gemacht um beim Red Hook Crit zu starten.

Leider hat die Wettervorhersage, die wir die Tage vorher akribisch kontrolliert haben, gar nicht hingehauen und es regnete den ganzen Tag.

Timon

Die Knochen tun noch etwas weh, aber trotzdem bin ich ganz zufrieden, wenn ich an das letzte Wochenende denke. Erste positive Überraschung war die schöne und große Bude, die wir uns mit Tanja und Jan von Fixedpott geteilt haben. Platz für alle und eine coole Gegend. Freitag früh haben wir einen kleinen Trip durch die Stadt gemacht und beim Oakley Store unsere Nummern geholt. Die Stadt an sich ist super interessant und schön, aber leider nicht wirklich Radfreundlich. Eigentlich wollten wir, nachdem wir die Nummern zuhause abgelegt haben, noch ein kurzes Training mit kleiner Vorbelastung fahren, konnten aber keine einzige Straße finden, auf der das ohne sein Leben zu riskieren möglich war. Samstag war Renntag und Mittags starteten die ersten Heats, bei denen es wieder darum ging, sich fürs Finale zu qualifizieren. Leider hat die Wettervorhersage, die wir die Tage vorher akribisch kontrolliert haben, gar nicht hingehauen und es regnete den ganzen Tag. Abgesehen von kleineren Pausen war zumindest die Rennstrecke konstant nass und rutschig.  Mein Vorlauf lief gut und ich konnte mich das gesamte Rennen unter den ersten 5 Fahrern aufhalten. Das Finale war sicher. Durch den vierten Platz im Vorlauf konnte ich im Finale auf Platz 18, also weit vorn Starten.  Der Beginn des Rennens war hektisch. In der siebten Runde steckten zwei Fahrer vor einer Kurve innen in meine Ideallinie und ich musste die Kurve steiler fahren. Quasi unmöglich bei den Verhältnissen. Ich fand mich also auf dem Boden am Bordstein wieder. Ca 40 Sekunden Rückstand und vor mir viele kleine Gruppen, die schwer zu überholen waren. Ein paar Runden Später sah ich am Rand Alec Bricks, der nach einem Platten sein Rad wechselte und gerade wieder das Rennen aufnahm. Ich wartete auf ihn und signalisierte, dass wir zusammen fahren sollen. Zusammen gelang es uns ca. 11 Runden vor Ziel zurück in die erste 30 Mann große Gruppe zu fahren.

Durch den Sturz fuhr ich etwas zu vorsichtig und machte nur langsam Positionen gut. Am Ende konnte ich mich noch auf Platz 12 vor arbeiten. Hätte man mich während des Rennens gefragt, ob ich daran glaube noch bis unter die top 15 zu fahren hätte ich wohl gelacht. Aber, man sieht, dass es sich doch immer wieder lohnt, einfach weiter zu machen!  Unser Rückflug ging morgens um 7Uhr 50 und wir hatten vor, uns um kurz nach vier auf den Weg zu machen. Unser Plan war es also, gemütlich mit Bierchen zu packen, dann nur Aftershowparty und danach direkt zum Flughafen. Bis auf die Party (zu unterschiedliche Vorstellungen einer Party), hat das Wochenende wieder richtig Spaß gemacht. Die nächsten Tage werde damit verbringen, etwas Schlaf nachzuholen und mit zu erholen.

Jan

Fünf Wochen vor dem Rennen entschied ich mich mit nach London zu fahren. Nach Mailand und Barcelona wollte ich dieses mal gern den Sprung ins Finale schaffen, worauf ich mich gut vorzubereiten versuchte. Leider regnete es am Tag des Rennens oft und die Strecke war entsprechend nass. In der Qualifikation hatte ich eine Blockade, da ich bereits beim Warm Up am Rutschen war. Durch zu vorsichtiges Fahren wurde ich schnell überrundet. Es reichte allerdings für Platz 29. und somit wurde ich auf einer der letzten Positionen im Last Chanche Race platziert. Durch motivierende Worte meiner Teamkollegen versuchte ich mich auf mein Radgefühl zu verlassen und Gas zu geben. Das klappte auch sehr gut – ich war schnell weit nach vorn gefahren, hatte allerdings die Spitzengruppe verpasst. Es war ein Loch von ungefähr 100 Metern, was ich hätte allein zu fahren müssen.

Francesco Chicci war von hinten angefahren – ich versuchte sein Hinterrad zu halten, legte aber stattdessen direkt bei einem Kurvenausgang einen Zielsprint hin, um dran zu bleiben und ließ ihn fahren. Auch Chicci schaffte den Sprung nach vorn nicht mehr. Unmittelbar danach hörte ich meinen Reifen zischen. Acht Runden vor Schluss musste ich leider das Rennen verlassen, wodurch auch die gute Platzierung, knapp an der Top Ten vorbei, dahin war. Ich wusste – die Form stimmt. Somit war die Enttäuschung nicht allzu groß und ich dachte schon über die nächsten Rennen nach. Wenigstens konnte ich jetzt das Finale mit einigen Bieren beobachten. Das Rennen war wirklich spannend! Timon hat mal wieder einen rausgehauen und auch Nico ist für seinen Einstand richtig gut gefahren!

Nico

Mein erstes Red Hock Crit und mein erstes fixed Rennen im Regen – gleich zwei Premieren gab es also für mich in London. Die Kombination hatte doch zu etwas Aufregung im Vorfeld gesorgt, aber mit dem Startschuss war sie dann auch direkt wieder verflogen. Ich bin mit dem nassen Kurs ganz gut zurechtgekommen und immerhin für das Finale hat es gereicht. 

Als “Red Hook Neuling” blieb mir nur ein Startplatz im hinteren Drittel meines Vorlaufs, von dem aus ich es auf dem rutschigen Untergrund leider nicht ganz nach vorne geschafft habe, da das Rennen direkt auseinandergerissen war. Die daraus resultierende hintere Startposition im Finale hat dann zu einem ähnlichen Ergebnis in diesem Rennen für mich geführt. Insgesamt war ich wohl ein wenig zu zaghaft und der nötige „Punch“, um von hinten nach ganz vorne zu fahren, hat auch etwas gefehlt. 

Trotzdem hatte ich ein super Wochenende in London und ich bin ziemlich zuversichtlich, dass es bei den nächsten Rennen peu a peu weiter nach vorne geht! 

Filip

Jedoch war dies noch nicht alles…

Am selben Wochenende wurden zudem die „European Cycle Messenger Championships – ECMC“ 2017 in Wien ausgetragen. Das wollte ich mir nicht entgehen lassen und somit ging es am Donnerstag Abend, per Nachtzug nach Österreich.

Bei krassen 30 Grad ließ ich mich, zusammen mit meiner „Inline Kurier“ Posse, dem Messpack Berlin Team und der restlichen Kurier Bande die Sonne auf den Bauch scheinen. Da half dann nur kaltes Bier und regelmäßiges abtauchen in der Donau. Ansonsten wären die vom Regen geplagten Hamburger wahrscheinlich heiß gelaufen.

Aber so war es gerade noch möglich, einen kühlen Kopf zu bewahren. Den bewies ich dann auch am Freitag Abend beim obligatorischen Trackstand Contest – Bäääääm!!! Da passte einfach alles und somit konnte ich das Ding für mich entscheiden.

Was will man mehr?! Achja, das „Mainrace“ gibt’s da ja auch noch.

Da der Sieg beim Trackstand unteranderem eine „Wildcard“ für’s Finale beinhaltet, diente die Qualifikation eher dazu, sich entspannt in die Materie einzuarbeiten.

Beim Finale am Sonntag ging es dann jedoch richtig rund. 3 Stunden und ca. 10 Manifeste waren für die schnellsten Fahrer angesagt. Das Rennen machte derbe Laune, jedoch war am Ende bei der starken Konkurrenz nicht wirklich was zu holen. Kein Drama, ein Titel war ja save in der Tasche.

Im großen und Ganzen war es ein richtig gut organisiertes Event, mit entspannten Leuten und super Locations. VIELEN VIELEN DANK AN EUCH!!! 

Photography: Nils Laenger, Francesca Counsell, Jason Sellers

SUICYCLE BIKE CO.